Standorte der Industrie in Friedrichshain im Jahre 1842

Das Gebiet von Friedrichshain, so benannt nach dem 1840 angelegten Volkspark vor der Berliner Stadtmauer, bestand aus der Königsstadt, dem Frankfurter Viertel und der Stralauer Vorstadt. Zwischen dem Königstor im Norden , dem Landsberger Tor im Nordosten, dem Frankfurter Tor im Osten und dem Stralauer Tor im Südosten verlief die Stadtmauer. Die Fläche innerhalb des Mauerrings war erst zur Hälfte bebaut.

Notgeld FriedrichshainNotgeld Friedrichshain "Überfahrt zum Stralauer Fischzug um 1825" (BBWA)Die Einführung der Gewerbefreiheit im Jahre 1810 und die Entlassung der Bauern aus der Abhängigkeit von Gutsherrn waren die Voraussetzungen für die Entfaltung der Industrie. Sie siedelte sich an den Radialstraßen, die von der Altstadt zu den Stadttoren führten, an. In Friedrichshain zählten dazu die Königstraße , die Landsberger Straße, die Frankfurter Straße und die Achse Holzmarkt- Mühlenstraße. An dieser Achse lagen die Kattunfabrik Böhm (Holmarktstr.1), die Färberei Kagermann (Nr. 4), die Holzhandlung Krahmann (Nr. 6), die Dampfmahlmühlen Schumann (Nr.8-11) und Spazier (Nr. 20), die Berliner Zucker Companie (Nr. 2-13) und die Kalkbrennerei Frank (Nr.25). Nach Ablauf des Vertrages mit der englischen Imperial Continental Gas Association ließ der Magistrat eine eigene Gasanstalt erbauen (Nr. 13).

In deren unmittelbarer Nähe gründete Julius Pintsch eine Fabrik für Gasmesser am Stralauer Platz 4. Am gleichen Platz stand auch die Essigfabrik von Rindler (Nr.18-19). In der anschließenden Mühlenstraße arbeiteten die Fournier-Hölzer-Fabrik von D.Francke (Nr.23), die Kattunfabrik von Korn (Nr.46), die chemische Bleiche der Gebrüder Pardow (Nr. 70) und die Patent-Papierfabrik (Nr.75). Bereits fünf Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahnverbindung Berlin-Potsdam nahm am 23.10.1843 die Linie nach Frankfurt/Oder vom neuerbauten Bahnhof in der Koppenstraße den Betrieb auf. An der Lansberger Straße lagen die Brauerei von Ley und Pfleiderer (Nr. 69), die Eisengiesserei Lehmann (Nr. 84 b) und das Betriebsgelände der Droschken-Anstalt. Abseits dieser Hauptachsen lagen die Maschinenfabrik von Hamann in der Schillingstraße 8 und die Färberholz- und Schneidemühle von D'heureuse in der Großen Frankfurter Straße 103.

Das Berlin-Brandenburgische Wirtschaftsarchiv hat die Aufgabe, Unterlagen zur Berliner Wirtschaft zu sichern und zu erhalten. (Dokumente, Werkszeitungen, Produktkataloge, Fotoalben, Patente und Aktien, Jahresabschlüsse, Bilanzen und Verträge). Wenn Sie solche Hinweise geben können, sind Sie dort herzlich willkommen.

 

Info:
Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv
Eichborndamm 167, Haus 42 · 13403 Berlin
Telefon: 41 19 06 98 · e-mail: mail@bb-wa.de · Internet: www.bb-wa.de

 

abgedruckt in: Friedrichshain kompakt 2012, Verlag Bestmedia4Berlin GmbH

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