Wirtschaftsgeschichte in Mitte

Mitte trug nach der Bild Groß-Berlins im Jahr 1920 die Bezirksnummer I. Postalisch lief Mitte unter C = Centrum. Mitte umfasst im Wesentlichen Alt-Berlin. Dessen Vorläufer war die 1180/90 an der Furt über die Spree entstandene Doppelstadt Berlin-Cölln, die zuerst schriftlich 1237 in einer Urkunde des Bischofs von Brandenburg erscheint. Berlin-Cölln brachte es bis zur Mitgliedschaft in der Hanse, bevor es unter die Hoheit der brandenburgischen Markgrafen gezwungen wurde. Sie errichteten hie rihre Residenz. Von den königlich-preußischen nachfolgern gingen auch die ersten Anstöße zur Industrialisierung aus. Sie ließen Manufakturen für Textil- und Stoffherstellung, für Maschinen, Waffen, Steingut und Porzellan errichten,

mitte 02Im 19. Jahrhundert erfolgte die Industrialisierung auf privater Basis. Der Eisenbahnbau mit all seinen Zulieferern wirkte wie eine Lokomotive für die gesamte Industrialisierung,  Für die Wohnungsneubauten lieferten die Handwerksbetriebe Öfen, Beleuchtungen, Möbel und Einrichtungen. Firmen wie Borsig, Siemens und ARG hatten ihre ersten Sitze in Mitte.

Seit 1871 war Mitte das Verwaltungszentrum des Reichs, Preußens und Berlins. Banken und Spitzenverbände zogen nach Mitte. Dienstleister wie Hotels, Gaststätten und Warenhäuser folgten. Unter den Linden war die nobelste Adresse u.a. das Adlon. Auf der Museumsinsel entstand ein Leuchtturm der Kultur.

Dennoch blieb Mitte auch dank der Industriehöfe (Hackesche Höfe) Standort vieler produzierender Gewerbe, darunter vor allem der Bekleidungsbranche. Die alliierten Luftangriffe nach 1942 versetzten dem Industriestandort Mitte den tödlichen Stoß. Obwohl unter diesen Umständen und dem anschließenden Systemwechsel besonders das Schriftgut der Wirtschaft gelitten hat, finden sich doch immer noch wichtige Dokumente, seien es Festschriften, Aktien, Fotoalben oder Geschäftsbücher, die wichtige Angaben zur Wirtschaftsgeschichte  enthalten.

Das Berlin-Brandenburgische Wirtschaftsarchiv sieht seine Aufgabe darin, derartiges Material aufzuspüren, zu sichern und zu erhalten. Es ist daher für jeden Ihrer Hinweise und Anregungen dankbar.

Info:
Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv e.V.
Eichborndamm 167, Haus 42
13403 Berlin
Telefon: 030 411 90 698
E-Mail: mail@bb-wa.de – www.bb-wa.de

Dr. Klaus Dettmer

abgedruckt in: Mitte kompakt 2010/11, Verlag BfB Bestmedia4Berlin GmbH
Bild: BBWA

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