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Nachlass von Otto Broxner – drittes Transkriptionsprojekt mit Berliner Senioren

Nach den abgeschlossenen Transkriptionsprojekten zu den Nachlässen von Alfred Abenhausen und Otto Schulze der letzten beiden Jahre wurden dem BBWA Anfang 2015 Dokumente aus dem Nachlass des Regimentsarztes und Sprosses einer Fabrikantenfamilie, Otto Broxner, aus den Jahren 1831 bis 1960 übergeben.

Der Nachlass umfasst etwa 500 bis 600 Dokumente aus drei Generationen der Familie Broxner. Tagebücher, Briefe, Biografisches zu einzelnen Familienmitgliedern, Lebensdokumente wie Ahnenpässe, Urkunden sowie tagesweise Aufzeichnungen in Kalendern.

Seit April 2015 wurden diese Dokumente wieder ehrenamtlich von einer Gruppe Berliner Senioren transkribiert, die bereits die Nachlässe „Abenhausen“ und „Schulze“ in den beiden vergangenen Jahren bearbeitet haben und hocherfreut waren, sich wieder für das Wirtschaftsarchiv engagieren zu können.

Das älteste Dokument ist ein „Lehenbrieff“, den „Von Gottes Gnaden WIR Georg Wilhelm Marggraff zu Brandenburg in Preuβen zu Magdeburg“ für „Friederich Sigmunds und Heinrich Ernsts Gebrüder Von Wallenroth über den Rittersitz zu Altenvloβ mit deβen Züge Hörlingen ANNO 1713“ ausstellte. Die weitaus meisten Zeugnisse stammen allerdings von Dr. Otto Broxner (1873–1942), der sich für das Deutsche Rote Kreuz engagierte, als Arzt viele Jahre im Militärdienst stand und als Generalarzt ausschied. Diesen Rang hatte auch sein gleichnamiger Vater (1834–1919) inne, von dem medizinische Tagebücher aus dem Deutsch-Französischen Krieg sowie einige Briefe aus dem Preußisch-Deutschen Krieg von 1866 erhalten sind. Ausführliche Tagebücher in der Gabelsberger-Kurzschrift sowie Briefe an seine Frau sind aus der Familie mütterlicherseits überliefert: Hauptmann Hugo von Keyl (1835–1877) nahm an bedeutenden Schlachten des Kriegs 1870/71 teil und schrieb darüber.

Diese Tagebücher enthalten aus erster Hand authentische tagesgenaue Aufzeichnungen von bedeutenden Schlachten aus dem deutsch-französischen Kriegsgeschehen ab 1870 und stellen in Verbindung mit den Briefen eine einzigartige historische Quelle insbesondere in Hinblick auf das anstehende Kriegsjubiläum in viereinhalb Jahren dar.

Das Transkriptionsprojekt wird im Frühjahr 2016 abgeschlossen sein

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