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IHK-Mitgliedsakten von 390.000 West-Berliner Unternehmen

Das BBWA verfolgte schon bei der Übernahme der Umzugskisten vom Landesarchiv Berlin 2009 das Ziel, Informationen zu den historischen Mitgliedsakten der Industrie- und Handelskammer Berlin online zur Verfügung zu stellen und wirtschaftshistorische Forschung zu West-Berliner Unternehmen zu ermöglichen.

Nach dem Auflösen der Kistenberge und Sichtung des 10.000 Aktenordner starken Bestandes wurde schnell klar: Die Archivalien sind ein kulturelles Erbe Berlins, das kulturelle Traditionslinien in sich birgt.

Ökonomische Eckdaten liefern wirtschaftliche Traditionslinien  

Die in den Aktenordnern enthaltenen 390.000 Einzelakten geben Antwort auf Fragen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Berlins und bilden eine einzigartige Quelle zur Geschichte der West-Berliner Wirtschaft für den Zeitraum 1945 bis 1990. Sie und die zu ihnen angelegten Karteikarten enthalten wesentliche Informationen zu ca. 390.000 Unternehmen. Die bereits vor der Übergabe in der IHK auf 695 Mikrofiches verfilmten Karteikarten verfügen über eine alphabetische Sortierung. Mit ihnen konnte der Bestand grob erschlossen werden; 2013 musste das BBWA jedoch diese Mikrofiches scannen lassen, um sie vor dem Verfall zu schützen. 2014 wurde begonnen, die Scans mittels OCR-Erkennung und Transkription zu digitalisieren. Die Datenbank wurde 2015 fertiggestellt.

Heute bilden diese Akten das Herzstück der Bestände des BBWA. Da die Akten komplett überliefert sind, können sie sowohl quantitativ als auch qualitativ ausgewertet werden und bergen vielerlei Möglichkeiten: Der IHK-Bestand dokumentiert einerseits die Wirtschaftsgeschichte West-Berlins nahezu lückenlos, andererseits kommen in ihm zugleich die historischen Zäsuren von 1933, 1945, 1948, 1961 und 1990 zum Ausdruck. Darüber hinaus informiert er etwa über Aufbauprojekte des Marshall-Plans, und es wird sichtbar, wie sich seit 1989/90 die Wiedervereinigung der Stadt auch im wirtschaftlichen Bereich vollzog und welcher Strukturwandel sich in West-Berlin dadurch ergab. Das Potential ist vielfältig und schließt auch die Entwicklung der Branchen, Verteilung der Gewerbe, Bezirksentwicklungen, Migration u.v.a.m. mit ein.

Der nächste geplante Schritt ist die Einspeisung der IHK-Datenbank in das Archivportal D, über das die Daten dann nutzbar sein werden. Hinzu kommt, dass durch die Vernetzung der Daten und Objekte aus allen Kultursparten im Archivportal D Synergieeffekte gewährleistet sind. Da in diesem Portal mehrere deutsche Archive vertreten sind, werden für alle Nutzer und Interessenten Archivbesuche und Forschungsreisen besser planbar und können effizienter gestaltet werden. Mit diesem Schritt ist die Langzeitverfügbarkeit der IHK-Unternehmensmitgliedsakten gesichert. Das Wirtschaftsarchiv versteht diesen Schritt als Beitrag zur Erhaltung des kulturellen Erbes Berlins und dessen Zugänglichkeit.

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