U 6/9 Gold-, Silberwaren- und Uhrengroßhandlung Richard Lebram Berlin

Richard Lebram

Richard Lebram Gold- und Silbewaren

1893 gründete Richard Lebram in der Scharrenstraße 5 in Berlin-Mitte ein Gold-, Silber- und Bijouteriewarengeschäft. Durch seinen ausgeprägten Geschäftssinn und seine schnelle Reaktion auf die Anforderungen des Marktes sowie durch seine Leistungsbereitschaft und Zuverlässigkeit wuchs sein Unternehmen schnell. Demzufolge reichten die Geschäftsräume bald nicht mehr aus, so dass das Unternehmen mehrmals umziehen musste, bis es 1911 ein eigenes Geschäftsgebäude in der Wallstraße 15/15a erbaute. Richard Lebram war für sein soziales Engagement für seine Mitarbeiter bekannt: unter anderem gab es eine günstige Betriebskantine und eine Unterstützungskasse für seine Mitarbeiter. Daneben engagierte sich Richard Lebram in den Verbänden und Organisationen seiner Branche.
1926 wird das Unternehmen letztmals in der Fachzeitschrift Uhrmacher-Woche erwähnt. Danach existieren nur noch wenige Spuren der Firma. Jüdische Adressbücher belegen, dass Richard Lebram Jude war und in der Hertastraße 4 in Grunewald wohnte. 1935 ist unter dieser Adresse sein Sohn Jürgen Lebram mit der Berufsbezeichnung Geschäftsführer verzeichnet. Dies weist darauf hin, dass Jürgen Lebram in dieser Zeit die Geschäftsführung von seinem Vater übernommen haben dürfte. Zur gleichen Zeit wurde der Geschäftssitz zum Spittelmarkt 8-10 verlegt. In einer Richtigstellung vom Oktober 1938 erklärt die Firma, dass sich entgegen anderslautender Gerüchte Geschäftsleitung und sämtliche Geschäftsanteile in rein arischen Händen befänden. Zu dieser Zeit waren neben Jürgen Lebram auch Paul John und Werner John als Geschäftsführer eingetragen. 1950 verlegt Jürgen Lebram, der inzwischen wieder alleiniger Geschäftsführer ist, den Firmensitz nach Pforzheim, wo es bereits vor dem Krieg eine Filiale gab. Damit endet die Berliner Geschichte des Unternehmens. Erstaunlicherweise hatte die Firma die Zeit des Nationalsozialismus mit den Arisierungswellen jüdischer Unternehmen unbeschadet überstanden, möglicherweise, weil es ihr gelungen ist, glaubhaft als arisches Unternehmen zu gelten. 

Umfang:
1 Archivschachtel, 16 Verzeichnungseinheiten

Nutzung:
Gleitende Sperrfrist (30 Jahre) für nicht zur Veröffentlichung bestimmte Dokumente

Laufzeit:
1912 - 1943

Erschließung:
Findbuch, Datenbank

 

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Briefkopfsammlung

Die Sammlung beinhaltet nicht nur aufwändig gestaltete Briefköpfe aus 180 Jahren Berlin-Brandenburgischer Unternehmensgeschichte, sondern auch Kataloge, Werbeunterlagen und interessante Geschäftspapiere. Bis heute wurde die Sammlung auf 4.000 Firmenbögen ergänzt. Bisher war die Sammlung Inhalt von fünf Bildungsprojekten mit Schülern und angehenden FAMIs.

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Historisches Archiv der DDG

Das historische Archiv der DDG besteht aus einem Bestand mit 112 Akteneinheiten sowie einer Sammlung von 249 Zeitschriften und Büchern.. Zu Ehren von Prof. Albrecht Scholz, dem die Deutsche Dermatologische Gesellschaft die Gründung dieses DDG-Archivs verdankt, wurde in einer Feierstunde zu seinem 5. Todestag 2018 eine  Gedenktafel im Magazin des Wirtschaftsarchivs aufgehängt.

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IHK-Mitgliedsakten

390.000 Einzelakten geben Antwort auf Fragen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Berlins und bilden eine einzigartige Quelle zur Geschichte der West-Berliner Wirtschaft für den Zeitraum 1945 bis 1990 und bringen zugleich die historischen Zäsuren von 1933, 1945, 1948, 1961 und 1990 zum Ausdruck.

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