Wettbewerb2014

Verleihung des Preises „Wirtschaftsarchiv des Jahres 2014" an das BBWA

PRESSEMITTEILUNG vom 5. Mai 2014 

Der Berufsverband „Vereinigung deutscher Wirtschaftsarchivare“ (VdW) vergab den renommierten Preis „Wirtschaftsarchiv des Jahres 2014“ an das Berlin-Brandenburgische Wirtschaftsarchiv. Ausgezeichnet wurde das medienwirksame Ehrenamtsprojekt des Wirtschaftsarchivs mit Berliner Senioren. Jedes Jahr kommen die Vertreter deutschsprachiger Wirtschafts- und Unternehmensarchive zum Austausch von Erfahrungen auf der Arbeitstagung der VdW zusammen, die ein Diskussionsforum für aktuelle fachspezifische Fragestellungen bietet und die den Gewinner des Wettbewerbes „Wirtschaftsarchiv des Jahres“ kürt. Vergeben wird der Preis für Innovationen in den Bereichen Unternehmensgeschichte und Wirtschaftsarchivwesen. Dabei werden neuartige Ideen, die über die allgemeinen archivischen Tätigkeiten hinausweisen, bewertet und ausgezeichnet.

Eine solche Idee hatte das Berliner Wirtschaftsarchiv als die Frage aufkam „Wer nur kann bei unseren knappen Ressourcen die Dokumente mit alter Kurrentschrift oder Sütterlin für uns entziffern?“ Das Wirtschaftsarchiv suchte zwei bis vier Senioren mit der Idee, ein attraktives Ehrenamtsangebot zu vermitteln. Dies sollte auch in der Mediendebatte um die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements insbesondere bei der Mitgestaltung und Mitentscheidung älterer Menschen öffentlich gemacht werden. Viele Berliner Senioren folgten dem ersten Aufruf. Mit der Berichterstattung in Funk, Fernsehen und Zeitungen wurde ein Prozess in Gang gesetzt, in dem Projektarbeit und Berichterstattung miteinander verkettet wurden. Es folgten mehr als 70 Angebote von Senioren, die ihren Erfahrungsschatz, ihr Wissen und ihre Kompetenzen einbringen wollten. Noch mehr Helfer meldeten sich. Weitere historisch interessante Dokumente wurden dem Archiv angeboten, das Archiv erlangte mit diesem Projekt eine Bekanntheit, die seine andere wirtschaftshistorische Arbeit in Windeseile überholte.

Auf der Seite der Helferinnen und Helfer wird energisch betont, dass für sie die ehrenamtliche Mitarbeit mehr Vergnügen als Arbeit, auf alle Fälle aber in mehrfacher Hinsicht ein Gewinn ist: Sie erhalten neue Kontakte, bringen ihr „ungenutztes Wissen“ ein und können damit beweisen, dass das Gerede vom „alten Eisen“ heutzutage für Senioren kaum noch zutreffend ist. Aber vor allem können sie sehen, dass die Ergebnisse ihrer Arbeit nützlich und nachhaltig sind: Zwei historisch bedeutsame Nachlässe von Berliner Personen, die sich im Wirtschaftsleben hervorgetan haben, sind nun für die Nutzung und Forschung nachhaltig verfügbar. Das Berlin-Brandenburgische Wirtschaftsarchiv dankt den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, denn – wie schon Max Weber sagte: Die Idee ersetzt nicht die Arbeit!

Laudatio von Michael Jurk, Vorsitzender der VdW