101Archivboxen Ehrichund Graetz

Heimatmuseum übereignet schriftliche Überlieferungen der Ehrich & Graetz AG – diese stehen nun erschlossen zur Verfügung!

Das Wirtschaftsarchiv Berlin hat sich der Bewahrung und Weitergabe des wirtschaftlichen Erbes der Region Berlin Brandenburg verschrieben. Seit Neuestem steht wieder einmal ein frisch erschlossener und verzeichneter Bestand in den Räumen des BBWA für die Forschung zur Verfügung: Der Bestand U/3/7 Ehrich & Graetz, ein Berliner Unternehmen, das anfangs Lampen, insbesondere die bekannte Petromax, Brenner, Kocher und Öfen für flüssige und gasförmige Brennstoffe herstellte und später durch den Bau von Radios und Fernsehgeräten bekannt wurde. Die Archivalien dokumentieren den Zeitraum von1888 bis 1956.

Übereignet wurden die Unterlagen vom Heimatmuseum Treptow in einer bereits vorgenommenen Ordnung, die vom BBWA beibehalten wurde. Dabei handelt es sich um einen Teil der Gesamtüberlieferung des Unternehmens, der vor allem Patentanmeldungen, Patenturkunden, ausländische Patentanmeldungen, ausländische Patenturkunden, Blaupausen, Werbeflyer, Prospekte und Bedienungsanleitungen enthält aber auch höchst interessante private Akten der Söhne Graetz. Die Dokumente befinden sich jetzt mit 1159 Verzeichnungseinheiten in 101 Archivboxen. Weitere Überlieferungsteile sind im Landesarchiv Berlin zu finden.

Das Unternehmen Ehrich & Graetz blickt auf eine vielseitige Geschichte zurück. 1859 gründete Klempnermeister Albert Graetz eine Werkstatt für Petroleumlampen, durch den Eintritt von Emil Ehrich als Kapitalgeber erfolgte dann im Januar 1866 die Gründung einer offenen Handelsgesellschaft (OHG). Am 2. Januar 1866 errichteten Albert Graetz und Emil Ehrich die Ehrich & Graetz OHG. Das Unternehmen hat in den ersten Jahre große Erfolge verbuchen können, mit zahlreichen Erfindungen von Petroleumlampen und der Herstellung und dem Verkauf von diversen Metallwaren, Elektro- und Rundfunkgeräten sowie Heizgeräten. 1922 wurde die Firma zu einer Aktiengesellschaft umgewandelt und erhielt 1942 den Firmennamen „Graetz AG“. Ab dem 8. Februar 1948 hießen die Werke "VEB Graetz-Werk", ab dem 4. Februar 1950 "VEB Fernmeldewerk Treptow". Am 25. März 1961 verkaufte Erich Graetz, die Graetz KG inklusive aller Markenrechte und aller zugehörigen Firmen zu 74,5 Prozent meistbietend an die Standard-Elektronik-Lorenz AG. Die SEL wiederum verkaufte die Werke im März 1988 an die finnische Nokia.

Das Besondere an diesem Bestand sind die zahlreichen, auch internationalen Patenturkunden mit anliegenden technischen Zeichnungen und Blaupausen. Für den Bestand Ehrich & Graetz gelten keine Benutzungseinschränkungen.

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